Texte erweitern, ohne neue Fakten zu erfinden
Erweitern bedeutet, eine vorhandene Aussage ausführlicher, klarer und besser lesbar zu machen. Es bedeutet nicht, neue Fakten, Gründe oder Versprechen hinzuzufügen. Ein guter erweiterter Text erklärt, was bereits im Ausgangstext steckt.
Nutze Erweitern, wenn eine Notiz zu knapp ist, ein Absatz mehr Übergänge braucht oder ein kurzer Entwurf für den Leser zu abrupt wirkt.
Was eine Erweiterung leisten soll
Eine sinnvolle Erweiterung kann dichte Sätze aufteilen, Zusammenhänge erklären und versteckte Bezüge deutlich machen. Sie darf aber keine neuen Zusagen erzeugen.
Ausgangstext
Der Start kann Freitag erfolgen, wenn QA Donnerstag freigibt, sonst braucht Support bis Montag Banner und Kundenmail.
Erweitert
Der Start kann am Freitag erfolgen, wenn QA am Donnerstag die Freigabe erteilt. Falls diese Freigabe nicht kommt, benötigt Support bis Montag zwei überarbeitete Materialien: das Banner und die Kundenmail.
Die erweiterte Version ist verständlicher. Sie erfindet aber keinen neuen Verantwortlichen und macht aus der Bedingung keine sichere Freigabe.
Was nicht ergänzt werden sollte
Problematisch wird eine Erweiterung, wenn sie Gründe oder Vorteile einführt, die nicht im Original stehen. Aus „Die Änderung kann die Bearbeitungszeit verkürzen“ darf nicht werden: „Die Änderung wird die Bearbeitung für alle Teams deutlich beschleunigen.“
Vermeide Ergänzungen wie:
- nicht genannte Gründe
- neue Vorteile
- zusätzliche Fristen
- sichere Aussagen bei unsicherem Original
- höfliche Zusätze, die eine Bitte in eine Zusage verwandeln
Ergebnis kontrollieren
Vergleiche den erweiterten Text mit dem Original. Jede zusätzliche Aussage sollte vom Ausgangstext gedeckt sein. Prüfe besonders Zahlen, Termine, Namen, Bedingungen und Wörter wie „kann“, „voraussichtlich“ oder „nur wenn“.
Nutze Erweitern, wenn ein Text ausführlicher werden soll. Nutze Paraphrasieren, wenn er vor allem anders formuliert werden soll.